Kontakt
Therapieleitung
Nina Klute
Tel.: 0221 2784 14003
Fax: 0221 2784 4150
E-Mail: klute@rehanova.de
Therapie
Ganzheitlich. Individuell. Interdisziplinär.
In der RehaNova begleiten wir Sie mit einem umfassenden therapeutischen Ansatz auf Ihrem Weg zurück in einen selbstbestimmten Alltag. Dabei verbinden wir unterschiedliche rehabilitative Fachbereiche systematisch miteinander und setzen alle relevanten Rehabilitationsverfahren gezielt ein. Unser Ziel ist es, Ihre Selbstständigkeit im Alltag zu fördern und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Unser interdisziplinäres Team aus Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie/Logopädie, Neuropsychologie sowie psychologischer Psychotherapie arbeitet eng zusammen. Auf dieser Grundlage wird für jede Patientin und jeden Patienten ein individueller Therapieplan erstellt, der sich an den jeweiligen funktionellen Einschränkungen und persönlichen Rehabilitationszielen orientiert.
Für die Durchführung der Therapien stehen auf allen Stationen mehrere Behandlungsräume zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt die Klinik über drei Therapieküchen, einen psychologischen Funktionsraum mit acht computergestützten Test- und Trainingsplätzen, einen ergotherapeutischen Werkraum sowie einen Raum für medizinische Trainingstherapie (MTT).
Die therapeutischen Maßnahmen erfolgen überwiegend als Einzel- oder Co-Therapien. Ergänzend werden Gruppentherapien angeboten, insbesondere zur Förderung von Bewegungsabläufen und sozialer Interaktion.
Neurologische Erkrankungen betreffen häufig mehrere Körpersysteme, zum Beispiel Motorik, Sprache oder Kognition. Um den Behandlungserfolg zu optimieren, kommen daher auch fachübergreifende Co-Therapien zum Einsatz. Die gleichzeitige Ansprache unterschiedlicher Funktionen und Sinnesmodalitäten unterstützt die neuronale Reorganisation und fördert den Rehabilitationsprozess.
Interdisziplinär organisiert – gemeinsam abgestimmt
Berufsübergreifende Stationsteams.
Der Therapiebereich der RehaNova ist konsequent interdisziplinär organisiert. Berufsübergreifende Stationsteams arbeiten eng zusammen und sind fachlich so verzahnt, dass eine abgestimmte und kontinuierliche Behandlung gewährleistet ist.
Befundung und Dokumentation erfolgen gemeinsam in einem interdisziplinären Befund nach der ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dadurch werden funktionelle Fähigkeiten, Aktivitäten und Teilhabe ganzheitlich betrachtet.
Ziel der therapeutischen Maßnahmen ist die Wiedererlangung alltagsrelevanter Bewegungen und Fähigkeiten (Activities of Daily Living, ADL) sowie die Förderung der sozialen Teilhabe.
Therapie und Pflege arbeiten dabei eng zusammen und orientieren sich am Bobath-Konzept, um Bewegungsabläufe und Selbstständigkeit im Alltag bestmöglich zu unterstützen.
Therapieformen
Vielfältig, individuell und aufeinander abgestimmt.
In der RehaNova greifen unterschiedliche Therapieformen gezielt ineinander. Jede Disziplin bringt ihre fachliche Stärke ein – gemeinsam verfolgen wir ein Ziel: Ihre Selbstständigkeit, Ihre Sicherheit im Alltag und Ihre Lebensqualität.
Physiotherapie
In der Physiotherapie der RehaNova unterstützen wir Sie dabei, Bewegungs- und Funktionsfähigkeit gezielt zu verbessern oder zu erhalten. Dabei nutzen wir die natürlichen Anpassungsmechanismen des Körpers, um Funktionsstörungen zu behandeln und neuen Einschränkungen vorzubeugen.
Im Mittelpunkt steht die Wiedererlangung alltagsnaher Bewegungsabläufe. Mit gezielten physiotherapeutischen Maßnahmen fördern wir eine sichere, selektive Bewegung und eine stabile Körperhaltung – als Grundlage für mehr Selbstständigkeit im Alltag.
Auch Patientinnen und Patienten mit schweren Einschränkungen begleiten wir von Anfang an aktiv. Durch frühe Mobilisation, angepasste Lagerungswechsel sowie unterstützte Transfers in höhere Ausgangsstellungen wie Sitzen, Stehen oder den Wechsel in den Rollstuhl schaffen wir Schritt für Schritt neue Bewegungsmöglichkeiten. Die Therapie erfolgt individuell abgestimmt im Einzel- oder Co-Therapie-Setting.
- Motorisch-funktionelle Therapie nach dem Bobath-Konzept
- Integration neurodynamischer Prinzipien in der Neurorehabilitation
- Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
- Casting (Gipsbehandlungen und Anfertigung funktioneller Lagerungsschienen)
- Manuelle Therapie
- Kinesio-Taping
- Osteopathische Techniken
- Facio-Orale-Trakt-Therapie (F.O.T.T.®)
- Manuelle Lymphdrainage (MLD)
- Medizinische Trainingstherapie
- Laufbandtherapie
- Elektrotherapie
- Pixformance-Training
- Feldenkrais-Therapie
Ergotherapie
In der Ergotherapie der RehaNova steht der Mensch mit seinen alltäglichen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Gemeinsam arbeiten wir daran, wichtige Fähigkeiten für den Alltag wiederzuerlangen oder neu zu entwickeln – immer orientiert an dem, was für Sie persönlich wichtig ist.
Alltagsrelevante Tätigkeiten wie Körperpflege, die Nutzung von Bad und Toilette, An- und Auskleiden, Haushaltsführung sowie berufliche und freizeitbezogene Aktivitäten werden in individuell abgestimmten Teilschritten geübt. Durch gezieltes Selbsthilfetraining fördern wir Ihre größtmögliche Selbstständigkeit und damit Ihre Lebensqualität.
Ein wichtiger Bestandteil der Ergotherapie ist zudem die Auswahl, Anpassung und Versorgung mit geeigneten Hilfsmitteln. Diese werden individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und praktisch in den Alltag eingebunden, um Ihnen Sicherheit und Handlungsspielraum zurückzugeben.
- Motorisch-funktionelle Therapie nach dem Bobath-Konzept
- Alltagstraining (Activities of Daily Living, ADL), z. B. Wasch- und Anziehtraining
- Frühstücks- und Kochgruppen
- Facio-Orale-Trakt-Therapie (F.O.T.T.®)
- Casting (Gipsbehandlungen und Anfertigung funktioneller Lagerungsschienen)
- Manuelle Therapie
- Kinesio-Taping
- Kognitives Training (Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsförderung)
- Neglect-Therapie bei visuell-räumlichen Aufmerksamkeitsstörungen
- Handwerklich-gestalterisches Arbeiten
- Handlungsorientierte diagnostische Therapie (HODT)
- Progressive Muskelrelaxation (PMR)
- Basale Stimulation (Wahrnehmungsförderung)
- Spiegeltherapie
Sprachtherapie / Logopädie
In der Sprachtherapie der RehaNova unterstützen wir Patientinnen und Patienten dabei, ihre sprachlichen, stimmlichen und schluckbezogenen Fähigkeiten zu verbessern oder neu zu erlernen. Unser Team begleitet Menschen mit Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme sowie des Schluckens – individuell, einfühlsam und auf Grundlage wissenschaftlich fundierter Therapiekonzepte.
Gerade in der neurologischen Frührehabilitation nach schweren Hirnschädigungen treten Schluckstörungen (Dysphagien) häufig auf. Viele Patientinnen und Patienten sind zu Beginn auf eine Trachealkanüle angewiesen. In der Therapie fördern wir gezielt die Sensomotorik im Gesichts-, Mund- und Rachenbereich, bahnen den physiologischen Schluckablauf neu an und unterstützen den schrittweisen Übergang zur oralen Ernährung.
Ein zentrales Ziel unserer Arbeit ist die sichere Dekanülierung, also das Entfernen der Trachealkanüle, und damit die Rückkehr zur natürlichen Atmung, Stimme und Kommunikation.
Auch bei Sprach- und Sprechstörungen nach neurologischen Erkrankungen steht für uns im Mittelpunkt, wieder Verständigung zu ermöglichen – mit Worten, mit Stimme oder mit unterstützenden Kommunikationsformen.
- Funktionelle Dysphagietherapie (FDT) nach Bartolome (übungsorientierter Ansatz zur Kräftigung und Koordination der Schluckmuskulatur)
- Facio-Orale-Trakt-Therapie (F.O.T.T.®) nach Kay Coombes (stimulierende Therapie zur Förderung von Sensibilität, Bewegung und Wahrnehmung)
- Trachealkanülenmanagement und Weaning (gezielte Therapie zur Entwöhnung von Trachealkanüle und ggf. Beatmung)
- Therapie bei Facialisparesen nach PNF und F.O.T.T.®
- FEES (fiberendoskopische Untersuchung des Schluckaktes) im Haus
- Videofluoroskopie in Kooperation mit der Röntgenabteilung des Klinikums Merheim
- Aphasietherapie bei erworbenen Sprachstörungen (z. B. nach Schlaganfall)
- Therapie kognitiver Dysphasien und nicht-aphasischer Kommunikationsstörungen
- Dysarthrophonie-Therapie bei motorisch bedingten Sprech- und Stimmstörungen
- Atem-, Stimm- und Artikulationstraining
- Unterstützte Kommunikation (UK):
- Einsatz von Kommunikationstafeln und -büchern (z. B. mit Symbolen oder Piktogrammen)
- Anpassung elektronischer Kommunikationshilfen
- Schulung im Umgang mit alternativen Kommunikationsmitteln
Neuropsychologie
Die klinische Neuropsychologie der RehaNova begleitet Menschen, deren Denken, Wahrnehmen, Verhalten oder emotionales Erleben durch eine neurologische Erkrankung verändert wurde. Ziel unserer Arbeit ist es, geistige Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern und gleichzeitig dabei zu unterstützen, neue Wege im Umgang mit den entstandenen Veränderungen zu finden.
Nach einer Hirnerkrankung kann sich vieles im Alltag anders anfühlen: Konzentration fällt schwer, das Gedächtnis funktioniert nicht wie gewohnt, Emotionen geraten aus dem Gleichgewicht oder das eigene Verhalten verändert sich. Die klinische Neuropsychologie bietet hierfür eine fundierte Diagnostik und eine individuell abgestimmte therapeutische Begleitung – mit dem Ziel, Lebensqualität zu stärken und die Krankheitsverarbeitung positiv zu unterstützen.
Gerade in der neurologischen Frührehabilitation ist eine frühzeitige neuropsychologische Begleitung von großer Bedeutung. Sie kann helfen, Überforderung und Anpassungsstörungen zu mindern und Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, sich Schritt für Schritt auf die neue Situation einzustellen.
- Veränderungen im Verhalten
z. B. Auffälligkeiten im Sozialverhalten, Kommunikationsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit, Unruhe oder eingeschränkte Krankheitseinsicht - Emotionale Belastungen
z. B. depressive Symptome, Ängste oder andere psychische Belastungen - Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit
z. B. Einschränkungen der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses, Probleme beim Planen und Problemlösen, Beeinträchtigungen des Denkens, der visuellen Wahrnehmung oder räumlich-konstruktiver Fähigkeiten
- Computergestützte Therapieverfahren zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen, visuellem Neglect (z. B. optokinetische Stimulation) sowie Gesichtsfeldausfällen/Hemianopsie (Explorations- und Sakkadentraining)
- Einübung von Ausgleichs- und Bewältigungsstrategien bei Gedächtnis-, Denk- und anderen kognitiven Beeinträchtigungen
- Psychotherapeutische Methoden (verhaltenstherapeutische, systemische und gesprächspsychotherapeutische Ansätze, individuell angepasst an die neurologischen Bedürfnisse)
- Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation (PMR) und Autogenes Training zur Förderung der emotionalen Stabilität)
- Angehörigenberatung und -information in Einzelgesprächen oder Gruppenangeboten Angebote für Angehörige
- Beratung zur Fahreignung
- Unterstützung beim Übergang zurück ins Berufsleben (berufliche Wiedereingliederung)
- Gutachterliche Stellungnahmen für medizinische oder rechtliche Fragestellungen
Unsere besonderen Kompetenzen
Mit Expertise. Mit Haltung. Mit Blick auf den Menschen.
Unser therapeutisches Team vereint langjährige Erfahrung, spezialisierte Zusatzqualifikationen und aktuelle wissenschaftliche Expertise. Dieses gebündelte Fachwissen fließt täglich in die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten ein.
Bobath-Instruktorinnen
FEES-Ausbilderin
TKM-Ausbilderinnen
Psychologische Psychotherapeutin
Systemische Familientherapeutin
Promovierte Lehr- und
Forschungslogopädin
Diagnostiken und Therapieverfahren
Gezielt, fundiert und individuell abgestimmt.
In der RehaNova setzen wir spezialisierte diagnostische Verfahren und therapeutische Methoden ein, um den Rehabilitationsprozess gezielt zu planen und optimal zu unterstützen.
Schluckstörungen treten nicht nur bei neurologischen Grunderkrankungen auf. Auch nach längerer Beatmung, einem Luftröhrenschnitt oder beim Tragen einer Trachealkanüle sind sie häufig. Eine sichere und aussagekräftige Diagnostik ist daher ein wichtiger Bestandteil der Therapieplanung.
Die fiberendoskopische Schluckdiagnostik (FEES – Fiberoptic Endoscopic Evaluation of Swallowing) ist ein etabliertes, schonendes Untersuchungsverfahren. Dabei wird bei wacher, möglichst sitzender Patientin oder sitzendem Patienten ein flexibles Endoskop über die Nase eingeführt, um die Kehlkopfregion und den Schluckvorgang direkt zu betrachten.
In der RehaNova führen wir die FEES routinemäßig in enger Zusammenarbeit mit unseren Logopädinnen und Logopäden sowie Sprachtherapeutinnen und Sprachtherapeuten durch. Die Untersuchung ermöglicht es, anatomische Strukturen, die Schluckfunktion und den Transport verschiedener Nahrungskonsistenzen – bei Bedarf farblich markiert – genau zu beurteilen. Auch die Wirkung therapeutischer Maßnahmen kann direkt überprüft werden.
Die FEES liefert zudem wichtige Entscheidungshilfen, beispielsweise bei der Frage nach der sicheren oralen Ernährung oder der Entfernung einer Trachealkanüle (Dekanülierung).
Die Untersuchung wird videodokumentiert. Die Ergebnisse werden im interdisziplinären Team ausgewertet und – wenn möglich – gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten sowie den Angehörigen besprochen.
Die FEES bildet eine fundierte Grundlage für die weitere Therapieplanung und kann bei Bedarf im Verlauf ohne Nachteile für die Patientin oder den Patienten wiederholt werden.
Verfahren der nicht-invasiven Hirnstimulation wie die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) und die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie werden ergänzend zu bewährten therapeutischen Maßnahmen – beispielsweise in der Sprachtherapie – eingesetzt und können den Rehabilitationsprozess gezielt unterstützen.
Beide Verfahren zielen darauf ab, die Neuroplastizität des Gehirns positiv zu beeinflussen. Durch gezielte Stimulation kann die Bildung neuer neuronaler Verbindungen angeregt und die Lernfähigkeit des Gehirns unterstützt werden. Nicht-invasiv bedeutet, dass kein operativer Eingriff erforderlich ist. Anders als bei der Tiefenhirnstimulation wird der Schädel nicht eröffnet.
Bei der rTMS werden kurze Magnetimpulse über eine auf dem Kopf platzierte Spule gezielt an die Hirnrinde abgegeben. Die tDCS arbeitet mit zwei am Kopf angebrachten Elektroden, über die ein sehr schwacher, gut verträglicher Gleichstrom fließt. Durch die gezielte Platzierung der Elektroden kann die Erregbarkeit bestimmter Hirnareale abgeschwächt oder gesteigert werden – eine wichtige Voraussetzung für Lern- und Veränderungsprozesse. Insbesondere die tDCS hat sich als unterstützende Methode bei der Behandlung von Depressionen und sprachlichen Störungen wie Aphasie bewährt. Sie kann die „Lernbereitschaft“ der Nervenzellen erhöhen und damit therapeutische Effekte verstärken.
In der RehaNova wird die Aphasietherapie unter bestimmten Voraussetzungen durch eine individuell abgestimmte tDCS ergänzt. Die Auswahl der Stimulationsareale erfolgt nach wissenschaftlich geprüften Protokollen aus kontrollierten Studien. Die Anwendung wird sorgfältig überwacht, dokumentiert und fortlaufend evaluiert.
Weitere Informationen finden Sie hier: Forschung & Wissenschaft
In der RehaNova unterscheiden wir bei der Gipsbehandlung zwischen der redressierenden Gipsbehandlung und der Anfertigung funktioneller Lagerungsschienen. Beide Maßnahmen werden von speziell geschulten Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten durchgeführt.
Die redressierende Gipsbehandlung dient der schrittweisen Korrektur von dauerhaft bestehenden Fehlstellungen eines Gelenkes, zum Beispiel bei Spitzfußstellungen. Durch eine gezielte, kontrollierte Positionierung kann die Beweglichkeit verbessert und eine funktionell günstigere Gelenkstellung erreicht werden.
Je nach medizinischer Indikation kann die Gipsbehandlung sinnvoll mit der Gabe von Botulinumtoxin kombiniert werden. In diesen Fällen erfolgt eine enge, abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Therapeutinnen und Therapeuten sowie den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.
Funktionelle Lagerungsschienen kommen unter anderem bei folgenden Zielsetzungen zum Einsatz:
- Stabilisation von Gelenken, insbesondere von Hand- und Sprunggelenk
- Erhalt und Verbesserung des Bewegungsausmaßes eines Gelenkes
- Unterstützung einer therapeutisch günstigen Lagerung außerhalb der Therapiezeiten
- Förderung eines Funktionsgewinns der betroffenen Extremität
Die Auswahl und Anpassung der Gipsbehandlung erfolgt stets individuell und ist Teil eines interdisziplinär abgestimmten Therapiekonzeptes.
Nach neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutung oder Enzephalitis kann sich eine Spastik entwickeln. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Zunahme der Muskelspannung, die zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Fehlstellungen der Gelenke, pflegerischen Herausforderungen und funktionellen Einschränkungen führen kann.
Eine frühzeitige, interdisziplinäre Behandlung gilt als wichtiger Bestandteil der Rehabilitation. Da eine Spastik nicht ursächlich heilbar ist, steht zu Beginn eine realistische Zieldefinition im Vordergrund. Mögliche Therapieziele sind zum Beispiel die Verbesserung von Transfers, die Reduktion von Schmerzen, eine Erleichterung der Pflege oder ein funktioneller Zugewinn im Alltag.
Die Grundlage der Spastikbehandlung bilden Physiotherapie und Ergotherapie. In der RehaNova arbeiten wir hierbei überwiegend nach dem Bobath-Konzept. Ergänzend kommen weitere therapeutische Maßnahmen wie Dehnungen, Schienenversorgung (Splinting), Taping oder Gipsbehandlungen (Casting) zum Einsatz.
Medikamentöse Therapien können die Behandlung sinnvoll unterstützen. Dazu zählen oral einzunehmende Medikamente wie Baclofen oder Tizanidin sowie lokal wirksame Botulinum-toxin-Injektionen. Bei schwerer, therapieresistenter Spastik kann in ausgewählten Fällen auch eine intrathekale Baclofenpumpe eingesetzt werden. Die Implantation erfolgt in der Regel im Zentrum für Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie der Universität zu Köln, die Feineinstellung begleitet die RehaNova im Rahmen der Rehabilitation.
In Fällen ausgeprägter, lang bestehender oder schnell fortschreitender Spastik können – nach sorgfältiger Prüfung – auch operative Maßnahmen erforderlich sein. Diese erfolgen in enger Kooperation mit der Unfallchirurgie und Orthopädie des Krankenhauses Merheim. Voraussetzung ist stets ein eng abgestimmtes, postoperatives Spastikmanagement.
Die Medizinische Trainingstherapie (MTT) ist ein strukturierter Bestandteil der neurologischen Rehabilitation in der RehaNova. Sie unterstützt dabei, Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer gezielt aufzubauen und zu verbessern.
Ziele der MTT sind es, Muskulatur gezielt zu kräftigen, Bewegungsabläufe sicherer zu gestalten, Gleichgewicht und Koordination zu fördern sowie alltagsrelevante Fähigkeiten zu erhalten oder zurückzugewinnen. Darüber hinaus kann das Training dazu beitragen, Schmerzen und muskuläre Verspannungen zu reduzieren.
Das Training wird individuell geplant und von unserem speziell geschulten Therapieteam fachkundig begleitet. Moderne Trainingsgeräte werden mit funktionellen Übungen kombiniert, die sich an Ihren persönlichen Möglichkeiten und Rehabilitationszielen orientieren.
So fördern wir Schritt für Schritt Ihre Selbstständigkeit im Alltag und tragen nachhaltig zu einer verbesserten Lebensqualität bei.
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