Akut-Frührehabilitation

Den Genesungsprozess frühzeitig starten.

Erkrankungen oder Verletzungen treten häufig unerwartet auf. Je früher die Rehabilitation beginnt, desto besser lassen sich Funktionsverluste ausgleichen und die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten erhalten oder wiederherstellen.

Die Akutversorgung stellt die schnelle und gezielte Behandlung von Notfällen sicher. Die medizinische Stabilisierung ist dabei ein entscheidender erster Schritt, reicht jedoch allein nicht aus. An diesem Punkt setzt unsere Akut-Frührehabilitation der RehaNova Köln an: Sie beginnt unmittelbar im Anschluss an die Akutbehandlung und unterstützt den Genesungsprozess von Anfang an.

Durch den frühzeitigen Übergang von der Akutversorgung zur Rehabilitation schaffen wir optimale Voraussetzungen für bestmögliche Therapieergebnisse und eine erfolgreiche Rückkehr in den Alltag.

Akut-Frührehabilitation - Phase B

Die neurologisch-neurochirurgische Akut-Frührehabilitation der Phase B richtet sich an schwerst hirngeschädigte Patientinnen und Patienten mit hohem Pflege-, Überwachungs- und Interventionsbedarf.

Unsere Klinik versteht sich als verbindendes Element zwischen Intensivmedizin und Rehabilitation. In dieser Phase werden kurativmedizinische Maßnahmen aus der Akutversorgung fortgeführt und gleichzeitig rehabilitative Therapien integriert. Der Behandlungsschwerpunkt liegt häufig noch auf der Stabilisierung des kardiorespiratorischen Systems sowie der Vermeidung von Komplikationen.

Die Behandlung erfolgt in einem strukturierten, ärztlich gesteuerten 24-Stunden-Behandlungskonzept. Rehabilitationsziele werden individuell festgelegt und im Verlauf kontinuierlich überprüft und angepasst.

Warum Akut-Frührehabilitation?

Die Akut-Frührehabilitation nutzt ein entscheidendes Zeitfenster. Durch den frühzeitigen, koordinierten Einsatz aller geeigneten therapeutischen Maßnahmen können individuelle Entwicklungspotenziale bestmöglich ausgeschöpft werden.

Schädigungen des zentralen Nervensystems wirken sich häufig auf Motorik, Kognition, Wahrnehmung und Kommunikation aus. Diese komplexen Beeinträchtigungen erfordern ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das medizinische, pflegerische und therapeutische Maßnahmen eng miteinander verbindet.

Faktoren für einen erfolgreichen Rehabilitationsprozess

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Neurorehabilitation ist die konsequente interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen. Weitere zentrale Faktoren sind:

  • die direkte Anbindung an das Krankenhaus Köln-Merheim
  • das vollständige neurologische und neurochirurgische Leistungsspektrum vor Ort
  • die langjährige Erfahrung der interdisziplinären Behandlungsteams
  • eine systematische Qualitätssicherung
  • moderne medizinische und therapeutische Ausstattung

Diese Rahmenbedingungen ermöglichen eine evidenzbasierte, patientenorientierte Versorgung auf hohem fachlichem Niveau.

Medizin, Therapie und Pflege in der Akut-Frührehabilitation

Medizinisches Behandlungskonzept

Patientinnen und Patienten in der Akut-Frührehabilitation weisen häufig schwerste Schädel-Hirn-Schädigungen mit hohem Pflege-, Überwachungs- und Interventionsbedarf auf. Auch wenn die primäre Akutbehandlung formal abgeschlossen ist, besteht in dieser Phase häufig weiterhin eine relevante akutmedizinische Behandlungsbedürftigkeit.

Medizinische Zielsetzungen 

Ziele werden individuell definiert und im Verlauf regelmäßig angepasst. Zu den zentralen Zielen zählen:

  • Reduktion des Ausmaßes zentraler und peripherer neurologischer Schädigungsfolgen
  • Verbesserung des Bewusstseinszustandes
  • Anbahnung von Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
  • Beginnende Mobilisation
  • Prävention sekundärer Komplikationen
  • Einschätzung und Validierung des individuellen Rehabilitationspotenzials
  • Planung und Einleitung der weiterführenden rehabilitativen oder pflegerischen Versorgung

Die Maßnahmen sind in ein strukturiertes, ärztlich gesteuertes 24-Stunden-Konzept eingebettet und erfolgen unter kontinuierlicher medizinischer Überwachung.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: Medizin

Therapeutisches Konzept

Patientinnen und Patienten in der Akut-Frührehabilitation zeigen häufig schwer ausgeprägte motorische und kognitive Einschränkungen, eine deutlich reduzierte Kommunikationsfähigkeit sowie eine eingeschränkte Belastbarkeit. Atem- und Schluckfunktionen treten häufig begleitend auf.

Grundlage des therapeutischen Vorgehens ist eine konsequent interdisziplinäre Teamarbeit. Auf Basis einer strukturierten ICF-orientierten Befundung (International Classification of Functioning, Disability and Health) vereint das multimodale Therapieangebot die therapeutischen Fachdisziplinen, die aktivierende therapeutische Pflege sowie die ärztliche Therapie.

Die interdisziplinäre Rehabilitationsplanung erfolgt in regelmäßigen Patientenkonferenzen und wird kontinuierlich überprüft und angepasst. Für jede Patientin und jeden Patienten wird ein individueller Therapieplan erstellt, dessen Schwerpunkte sich am aktuellen Befund orientieren und im Verlauf fortlaufend angepasst werden.

Therapeutische Schwerpunkte
  • Stabilisierung der Herz-Kreislauf-Funktion
  • Bewegungserfahrung durch gezielte Positionswechsel
  • Mobilisation an die Bettkante und in den Rollstuhl
  • Trachealkanülenmanagement und schrittweise Entwöhnung
  • Beatmungsentwöhnung (Weaning)
  • Anbahnung des Kau- und Schluckaktes
  • Vertikalisierung bis hin zum Stand
  • Dekubitus-, Pneumonie- und Kontrakturprophylaxe
  • Förderung von Wachheit und Kommunikation

Die therapeutische Versorgung erfolgt durch ein fest stationsbezogenes interdisziplinäres Team aus Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie/Sprachtherapie und Neuropsychologie. Durch die enge Anbindung an Pflege und ärztlichen Dienst ist eine kontinuierliche, abgestimmte Behandlung gewährleistet. Ein zentraler Bestandteil der therapeutischen Arbeit ist das patientenorientierte Vorgehen nach dem Bobath-Konzept.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: Therapie

 

Pflegerisches Konzept

In der Akut-Frührehabilitation benötigen viele Patientinnen und Patienten eine intensive pflegerische Versorgung bei gleichzeitig hohem Überwachungs- und Interventionsbedarf. Pflege ist frühzeitig aktiv in den Rehabilitationsprozess eingebunden und versteht sich als therapeutische Disziplin.

Die pflegerische Versorgung ist integraler Bestandteil des interdisziplinären Behandlungskonzepts und versteht Pflege als therapeutische Profession. Frührehabilitative Interventionen erfolgen in enger Abstimmung mit den therapeutischen Fachdisziplinen und dem ärztlichen Dienst und sind konsequent auf die Förderung von Aktivität, Wahrnehmung und Selbstständigkeit ausgerichtet.

Pflegerische Schwerpunkte
  • aktivierende Pflege nach dem Bobath-Konzept
  • therapeutische Lagerung und gezielte Positionswechsel
  • Förderung von Wachheit, Wahrnehmung und Vigilanz
  • Unterstützung der Atemfunktion und Absaugmanagement
  • Dekubitus-, Pneumonie- und Kontrakturprophylaxe
  • Unterstützung bei der Anbahnung von Selbstständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens

Durch die enge Verknüpfung pflegerischer Maßnahmen mit therapeutischen Inhalten werden Eigenaktivität und Selbstständigkeit systematisch gefördert und der Übergang in die weiterführende Rehabilitation vorbereitet.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: Pflege

Beatmung und Weaning

Die RehaNova Köln ist auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen neurologischen und neurochirurgischen Krankheitsbildern spezialisiert, etwa bei schweren Hirnstammläsionen mit ausgeprägten neurologischen Defiziten, vegetativen Dysregulationen sowie erheblichen Kommunikationsstörungen.

Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Locked-in-Syndrom liegen häufig umfangreiche Hirnnervenausfälle sowie Schädigungen zentraler afferenter und efferenter Bahnsysteme vor. Diese Patientengruppe ist in der Regel tracheotomiert und initial kontrolliert beatmet. Die Akut-Frührehabilitation beginnt bereits während der Beatmung im Krankenhausbereich.

Die Entwöhnung von der maschinellen Beatmung erfolgt schrittweise mithilfe strukturierter Weaning-Strategien. Nach Transfer in den Rehabilitationsbereich stehen CPAP-Systeme mit PEEP-Unterstützung (Continuous Positive Airway Pressure) zur Förderung der Spontanatmung zur Verfügung. Ziel ist die Stabilisierung und – sofern möglich – Wiederherstellung einer suffizienten eigenständigen Atmung. Nicht in allen Fällen kann eine vollständige Beatmungsentwöhnung erreicht werden.

Wenn eine dauerhafte oder intermittierende Beatmungsunterstützung erforderlich bleibt, wird die Versorgung mit geeigneten Heimbeatmungsgeräten vorbereitet. Patientinnen, Patienten und Angehörige werden umfassend im Umgang mit den Geräten geschult, sofern eine häusliche oder außerklinische Versorgung angestrebt wird. 

Ihre Ansprechpersonen

Doktor Kathrin Gerbershagen

Ärztliche Direktorin

PD Dr. med. Kathrin Gerbershagen

Tel.: 0221 2784 4001
Fax: 0221 2784 4150
E-Mail: chefsekretariat@rehanova.de

Nina Klute

Therapieleitung

Nina Klute

Tel.: 0221 2784 14003
Fax: 0221 2784 4143
E-Mail: klute@rehanova.de

Christian Kollhosser

Pflegedienstleitung

Christian Kollhosser

Tel.: 0221 2784 14012
Fax: 0221 2784 4150
E-Mail: kollhosser@rehanova.de